Evangelische lutherische Kirchengemeinde Allendorf (Eder)
  

„…EINE REICH GESEGNETE ZEIT…“
Pfarrer Gerald Rohrmann in Allendorf/Eder verabschiedet

(Foto: Kordesch/eöa)

ALLENDORF (EDER). Nach über 13 Jahren in der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Allendorf/Eder ist Pfarrer Gerald Rohrmann nun im Juni verabschiedet worden. „Dieses Tschüss fällt schwer“, bekannte Dekan Andreas Friedrich während des feierlichen Gottesdiensts: „Viele können sich die Gemeinde ohne Gerald Rohrmann gar nicht vorstellen.“ Der beliebte Seelsorger wechselt aus familiären Gründen auf eine Pfarrstelle in Nordfriesland.


Zu Beginn des Gottesdienstes ließ Rohrmann die Gemeinde in seine Seele blicken, als er sich Gedanken über das Für und Wider von Veränderungen machte, die für alle Beteiligten oft nicht einfach seien. „Das Leben kennt keinen Stillstand, bis Gott uns für immer in seinen Armen hält“, tröstete er seine Gemeinde und auch sich selbst. Das Aufbrechen gehöre zum Leben dazu: „Keiner fragt, ob man bereit ist und wie man damit klarkommt“, überlegte der scheidende Pfarrer. So werde das Leben zum Abenteuer und zum Geschenk zugleich.

„Wir gönnen dir diese schöne Stelle nahe der dänischen Genze, und die Gemeinde Emmelsbüll-Neugalmsbüll freut sich schon auf dich“, sagte Dekan Friedrich, als er Rohrmann für die geleistete Arbeit dankte, ihn offiziell von seinen Pflichten gegenüber der Gemeinde entband und Gottes Segen zusprach. Es sei eine „reich gesegnete Zeit“ in und für Allendorf gewesen, derer man sich in Gemeinschaft verbunden durch den Heiligen Geist lange erinnern werde.

In einem humorvollen Zwiegespräch mit seiner Breidensteiner Kollegin Gudrun Ungerer zog der scheidende Pfarrer Parallelen zwsche der jüngst geschlossenen Eisdiele im Ort und seinem Weggang: „Wir essen weiter Eis, und es schmeckt auch“, stellte er fest, während Gudrun Untgerer von einem „Verlust für Leib und Seele“ sprach. Die Gemeinde sei ein Team, in dem jeder wichtig sei und sich einbringen könne: „Lebbe geht weiter!“, munterte er die Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche auf.

„Die Gemeinde wird sich verändern – manches bleibt, anderes nimmst du mit“, meinte Ungerer: „Gottes Gnade aber bleibt, sie ist ein Geschenk.“ Ihm sei viel geschenkt worden in Allendorf, resümierte Rohrmann: „Wir haben Menschen zum Lachen gefunden und gemeinsam geweint.“

Taufgottesdienste an der Eder, die Weihnachtsbotschaft aus Sicht der Tiere, Predigten zur Musik oder gereimt zu Karneval, der Lebendige Adventskalender und viele selbstverfasste Krippenspiele – Vera Junghenn als Vorsitzende des Kirchenvorstands konnte gar nicht alle Höhepunkte des langen Miteinanders auflisten. Dabei habe Rohrmann immer die Menschen in den Vordergrund gestellt, was auch durch den hohen Stellenwert seiner Besuchsdienste deutlich geworden sei.

Beim Empfang nach dem Gottesdienst, den der durch Bläser aus Haine und Frankenberg verstärkte Allendorfer Posaunenchor unter der Leitung von Friedhelm Pfuhl, der von Tatjana Beyer dirigierte Kirchenchor und Larissa Ludwig an Orgel und Klavier musikalisch begleiteten, sagten unter anderem die Kindergartenkinder aus Allendorf, Bürgermeister Claus Junghenn und Marion Schmidt-Biber namens des Tansania-Arbeitskreises Gerald Rohrmann Lebewohl.


Quelle: https://dekanat-big.de/eine-reich-gesegnete-zeit/